03.07.2010 – WeT in Bayreuth

... spontan WT

Zum 03.07.2010 meldeten wir spontan einen WeT in Bayreuth, ausgerichtet von der DRC-BZG Oberfranken.

Die Uli hatte nämlich einen freien Platz und wir sagten einfach ein paar Tage vorher zu.

Als wir ankamen, wurden wir ganz lieb begrüßt, die Meisten kannten sich schon und wir bekamen die Startnummer 2. Ui, wie fein, so früh, dann ist es vielleicht noch nicht ganz so warm, dachte ich mir, aber es war trotzdem warm... viel zu warm...

Unsere beiden Hunde wurden gewässert im naheliegenden Flüsschen, denn Frau Richterin Ditlinde Ruh wollte an diesem Tag keinen trockenen Hund auf dem Platz sehen. *Däumchen-hoch*

Von "Benzin", über "Super", "Super-Plus" zu "V-Power" gab es alles an Hundewasserzapfsäulennäpfen. Apoll wollte nur "Super-Plus" trinken, ich war ja eher für "V-Power". Aber der Spatz wusste schon warum nur "Super-Plus". Wer weiß, wie flink er sonst noch an diesem Tag mit "V-Power" über den Platz gefegt wäre. :-)

Als erstes startete ein Flat, danach waren wir dann dran.

Die liebe Frau Ruh fragte mich aus, wie der Apoll denn lebt, über seinen Ausbildungstand, die Gesundheit, Geschlechtsreife, den Handwechsel, Umwelterfahrungen und evtl. Ängste etc. Währenddessen machte es sich Apoll schön gemütlich neben mir, wälzte sich genüsslich im Schatten unter dem Pavillon auf dem Rücken, grinste vorwitzig vor sich her und machte mir klar: "Muddi - laaaaaaangweilig, geht`s langsam los mit was auch immer hier!" Und dann ging es auch wirklich schon los.

Spaziergang von Hundeführer und Hund:

Apoll preschte los, streckte seine Knochen und zeigte allen: "Ich hab schon wieder so viel Pfeffer im Hintern, ich weiß gar nicht wohin damit. Er nutzte das Gelände, bekam einen Clowni-Flitz währenddessen, grinste mich immer an und merkte dann aber, hier passiert irgendwie gar nichts.apoll Er suchte immer wieder den Kontakt zu mir, schaute die ganze Zeit, wo ich bin, folgte mir mit meinen Richtungswechseln und hinterließ bei der Richterin einen: "freien, fröhlichen, entspannten, aber ständig in Bewegung seienden Eindruck" und ich kam aus dem Grinsen über diesen Clown gar nicht mehr raus. Wir hatten eindeutig zu viel Spaß auf dem Platz! :-) Ich ließ ihn machen und er genoss es und präsentierte sich überaus gut gelaunt auf dem Gelände.

Verhalten in der Menschenmenge:

Ditlinde Ruh kreuzte an: "entspannt, nähert sich spontan den Menschen, läuft sicher durch die Gruppe, läuft sicher mit dem Führer"

Er fand es super, sooooo viele potentielle Kuschler und soooo viele potentielle kraulende Hände. Scheinbar erinnerte er sich noch an die BHP-Prüfungen, gibt es doch dort die gleiche Aufgabe und er lief ohne Kommando einfach mit mir durch die Menschenmenge mit. "Muddi, so?"

Führer spielt mit Hund ohne Gegenstand:

Hey, das fand er toll, mit Muddi spielen! *hüpf*, *grins*, *schnaub* und ging laut Richterin "begeistert darauf ein".

Spiel mit Gegenstand:

"Ja, das ist ja noch soooooo viel besser! Genial!" Sein Beuteverhalten zeigte sich in "ausgeprägter Form, ausdauernd tragend" und natürlich fein brav der Muddi "zutragend". Das hätte mich aber auch gewundert, wenn "trägt freudig zu" nicht da gestanden hätte, bei dem Dummynarr. ;-)

Zerrspiel:

Ja, was soll ich dazu noch sagen, außer: "spielt begeistert mit". Das wäre auch nicht mein Hund, wenn nicht.:-)

Seitenlange:

Aus der Seitenlage machte der Scherzkeks eine Rückenlage à la: "Oh ja, bitte da auch noch kraulen...ach und hier bitte auch noch, gute Dame."Frau Ruh musste auch über den völlig "entspannten und freudigen" Apoll, wie sie festhielt, lachen und folgte natürlich brav seinen Kraulanweisungen. "Fein erzogen, so ein liebes Richterlein." :-)Er genoss die Rückenlage ausgiebig, schnaubte genießerisch, grinste, lachte und strahlte einfach nur.

Kontakt zu Fremdpersonen/Spiel:

"freudig, je nach Art der Spielaufforderungen" Er fand die Aufforderungen zwar toll, aber die von Muddi wären toller gewesen und so lief er immer wieder zu den Menschlein, suchte aber ständig meinen Blick und Kontakt: "Muddi, wollen wir nicht lieber? Büüüüüddeeeeee!"Die anschließenden Spielaufforderungen mit Plüschtier fand er dann schon spannender bei den Helfern. Er schnappte sich das Plüschi, wenn einer der Anwesenden, die es sich gegenseitig zuwarfen und den Hund immer wieder in eine andere Kreisrichtung damit lockten, es fallen ließ und trabte damit nicht zu den rufenden Menschlein, sondern zu Muddi: "Mama, wirf du, mit dir ist toller!" Die Anwesenden schmolzen wieder dahin mit "Ohhhhhs" und "Ahhhhhs", hatte er doch nur Augen für Mama. ;-)

Trotzdem findet er Menschen ja ganz, ganz toll, hat er doch schon seit eineinhalb Jahren einen schönen Job bei dem er mit Menschen zusammenarbeitet und ließ sich nun, nachdem Muddi sich abseits und völlig desinteressiert wegdrehte und ihn ignorierte zu kleinen Spielereien mit dem Plüschi überreden. Er fetzte zwischen den Menschen freudig und gespannt her, war aber schön vorsichtig mit den ganzen Händen, aber auch sehr angetan vom Plüschbären, folgte den Aufforderungen bei jemanden durch die Beine flitzend den Bären zu jagen, aber sein Blick flog immer wieder nur in eine Ecke.Die Einzige mit der er wirklich spielen wollte, wollte scheinbar nicht mit ihm...*Herzschmerz* ;-)

Völlig "enstpannt" ließ er sich von den Menschen berühren, schrieb Frau Ruh nieder, auch von einer kurzzeitig recht ungelenken Bewegung eines Helfers ließ er sich nicht beirren, sondern verwandelte diese Situation in eine kurze Kuschelsequenz.

Kreis mit und ohne Führer:

Den meisterte er mit mir ziemlich cool und freundlich um sich guckend, wer denn da alles zum Kuscheln kommt und auch ohne mich machte er das "sicher", aber auch mit "leichter Erregung", so hielt es Frau Ruh dann jedenfalls fest. Ich konnte ihn ja nicht mehr sehen, aber ich vertraue ihrem Urteil da voll und ganz. Die Erregung durchströmte ihn, trotz enormer Hitze, die ganze Zeit über mit sichtbaren 3000 Volt im Hintern und so richtig konnte er sich die auch nicht rausflitzen an diesem Tag. Mein kleiner Grinse-Goldblitz…

Schuss:

Die Schüsse fand er ja mal wieder allererste Sahne! "Sicher", "aufmerksam/neugierig" setzte der Engel sich ohne Kommando beim ersten Schuss neben mich und wartete, eine dicke, fette,*ich-bin-ganz-doll-gespannt-und-pass-auf-Arbeits-Denkerfalte* im Gesicht. Frau Ruh meinte dann, wir sollen auf den Schützen zulaufen und auf meine Freigabe preschte Apoll los. Es fielen noch ein paar Schüsse und er flitzte auf Höhe des Schützen auf und ab, rechts und links UND......suchte die Dummys. "Ich muss die übersehen haben, auf ein Schuss fällt doch immer auch ein Dummy! Endlich kann ich hier mal arbeiten."

Schwer enttäuscht kam er auf meinen Pfiff, nachdem die Richterin das als abgeschlossen sah, an. "Muddi, ich hab`s nicht gefunden, tut mir leid." Da kann man schon ein feuchtes Äuglein bekommen, bei dem Blick. ;-)

Nun folgte der Parcour.

So richtig verstand er nicht, was an den Dingen so besonders sein sollte. Zuerst spannte hinter einer Trennwand hervorkommend eine Frau einen großen Schirm auf und machte ihn dann ganz schnell wieder zu und auf und zu und auf. Apoll lief völlig entspannt in unmittelbarer Nähe dazu daran vorbei, wurde dann von mir darauf aufmerksam gemacht und schaute mich an:"Ähhhh??? Das ist ein Schirm, das weißte schon Muddi, oder? Sowas haben wir auch!" Er schnupperte mir zuliebe völlig obercool da dran, um sich gelassen dann weiter machen zu können.:-D

An der nächsten Trennwand, hinter der sich nun auch wieder heimlich ein Menschlein verbarg, hing ein aufgehängter Plüschaffe an einer Strippe und wurde in dem Moment flott heruntergelassen, als der Hund sich nichtsahnend näherte. Ein aufmerksamer Blick vom Spätzchen, sicher ist sicher, was das für ein Ungetüm ist, dann lief er darauf zu, Mama stand locker daneben und von Sekunde zu Sekunde fand er das Ding toller, seine Nase drin vergrabend, freudig mit der Rute wedelnd:"Muddi, darf ich das haben?"

Das Ding fand er toll.

Die besondere Person im raschelnden Regenmantel fand er auch nicht sonderlich beeindruckend, ihn aber trotzdem erst mal prüfend anguckend. Ist ja schon merkwürdig, dass da so einer einfach so rumsteht und mitten im Hochsommer bei über 36° C einen Regenmantel trägt. :-)

Komische Menschen hier heute, wer weiß was bei denen heute im Napf lag. *Piep-mit-Pfote-zeig* Der Mann schüttelte vor ihm auch noch eine runde Metallkeksdose... "Na, hey, jetzt wird`s spannend. Krieg ich einen? Die klappert so schön!" Leider musste Apoll leer ausgehen, war da scheinbar etwas ganz anderes drin. *schwere-Enttäuschung*

Weiter ging es zu einem äußerst lauten Blech, welches geschwenkt und ordentlich geschüttelt wurde, Apoll fand auch das nicht sonderlich spannend, schaute sich das Spektakel an, schnupperte einmal kurz dran, um dann seiner Wege zu gehen, natürlich obercool, wie es sich gehörte. "Was die heute für ein Aufhebens drum machen, als wär das hier was besonderes, versteh die einer mal."

Eine andere Dose voller Metall, die kräftig gerüttelt wurde, war da schon wieder spannender, vielleicht ist in der jetzt was drin. Die Schnute verschwand drin, fand nichts und er ging weiter seiner Wege.

Frau Ruh bescheinigte uns, beziehungsweise dem Apoll, eine "sehr gute Kooperationsbereitschaft mit dem Führer", "hohe Unterordnungsbereitschaft", ein "ausgeprägtes Bewegungsverhalten" mit "sehr ausgeprägter Ausdauer bei der Verfolgung von Zielen" und "Vertrauen zum Führer".

Wir setzten uns zu ihr unter den Pavillon und Frau Richterin fing das Tippen auf der Schreibmaschine an. Gespannt wartete ich auf die zusammenfassende Wesensbeurteilung. Apoll war nach einigen Minuten wieder so langweilig, dass er beschloss bei der lieben, älteren Dame mal auf Schmusekurs zu gehen, während sie noch tippte. Stupsend bahnte er sich auch bei ihr seinen Weg unter ihrem Arm hindurch und Frau Ruh konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und knuddelte ihn natürlich gleich zurück.

Vielleicht war es auch eine hochintelligente, höchst manipulative Einschleimmasche, war sie doch noch nicht fertig mit dem Bericht. ;-D

Aber insgeheim glaube ich, dass er Frau Richterin Ditlinde Ruh - übrigens ein herzensguter, sehr lieber und hochkompetenter Mensch mit seeeeeehhhhr wachsamen Blick, einfach nur toll fand. Eine ältere Dame, die sich auf`s richtige Öhrchenkraulen auch noch verstand, was will Hund mehr? Absolut perfekt, das Menschlein! Die Zuneigung beruhte wohl auch auf Gegenseitigkeiten.

Und dann war sie fertig und Frau Ruh las die Beurteilung vor allen Anwesenden laut vor, er sei temperamentvoll und bewegungsfreudig, spielt gerne, die Ausdauer, Unerschrockenheit und Aufmerksamkeit sind in hohem Maße zu beobachten, die jagdlichen Triebe sind in ausgeprägter Form vorhanden, er ordnet sich sehr gut unter und die Bindung zur Führerin ist sehr eng und sehr gut, zu Menschen ist er zutraulich, in der Seitenlage zeigt er sich freudig, in der Kreisprobe zeigt er sich sicher und zeigt eine leichte Erregung, beim Schuss sicher und unerschrocken, den Reizen am Parcours nähert er sich sicher und interessiert, er habe keinerlei unerwünschte Eigenschaften und die extra Bemerkung lautete: Der 49 Monate alte Golden Retriever Rüde mit guten Anlagen hat eine sehr enge Bindung zu seiner Besitzerin aufgebaut.

Sie sagte: "Der Apoll, der liebt seine Mami aber richtig doll!" und gratulierte mir noch einmal zu so einer schönen Bindung. Soweit ich mitbekam, erhielt mein Goldbär meines Erachtens die schönste/beste Beurteilung mit großer Betonung auf Bindung etc.

Meine Augen füllten sich dann doch ein bisschen mit Tränen, mein Herz machte einen Hüpfer und ich schaute auf mein Goldmäuschen: "Ja, nicht nur ich sehe dich so, mein Schatz, du bist wirklich einmalig!"

Ditlinde Ruh fragte mich, ob ich denn vorhabe die ZZL mit ihm zu erreichen und dass es schade wäre, wenn dieser Hund der Zucht vorenthalten werden würde. Das sehe ich ja eigentlich auch so...mal sehen...;-)

Jemand meinte im Vorbeigehen an uns zu jemand anderes in etwa:

"Der Apoll, der wäre ganz nach meinem Geschmack, den hätte ich auch gerne, ein wirklich toller Hund."

Als ich das mit anhört, freute ich mich umso mehr, denn es war nicht an mich gerichtet, sodass ich davon ausgehen kann, dass es keine reine Nettigkeit war, sondern eine ehrliche und wirkliche Meinung zu und über diesen Hund und das freute mich soooo viel mehr.Mein Männe wurde, während wir Zwei auf dem Platz waren, ganz oft gefragt, wo dieser tolle Hund denn her sei, so sagte er mir jedenfalls im Anschluss.

Total happy brachte ich mein Spätzchen zurück in den Autokennel, dort gab es erst einmal Knabbereien, unter anderem extra gebackene Plätzchen für unsere Vierbeiner sponsored by the Sonderleitung *Extradäumchen* (liebe Uli, danke noch einmal für so viel Mühe), Knutschereien von Mama ;-) und natürlich ganz wichtig: Wasser! Später wässerten wir die Zwei nochmal im Fluss, auch wenn wir im Schatten standen und das Auto hinten komplett offen war. Alles andere wäre bei der Hitze untragbar gewesen.

Ich gesellte mich nun mit in den Kreis der Helfer und erlebte ganz tolle Hunde an diesem Tag. Ein süßer, kleiner "Söckchen"-Toller, ein toller Flat, crazy Labis ;-), von ausgesprochener Intelligenz, eine kleine, zuckersüße Labi-Emma siehe Jugdes Choice Thüringer WT, herzerobernde Goldendamen und Rüden und ganz tolle Menschen, eine super Sonderleitung, eine erstklassige Richterin und im Ganzen einen wunderschönen Tag! Vielen Dank an alle für die schönen Momente!

Fam.Wittstock mit dem Goldengel Apoll und Labidame Lilly

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